Dienstag, 23. Dezember 2014

Alternative Monatshygiene: Menstruationstassen, Zubehör und Pflege

Dass ich gern und ausschließlich Menstruationstassen benutze ist ja bereits bekannt. Von der Menge an positiven Reaktionen auf meinen Bericht zum LadyCup im Frühjahr war ich absolut überrumpelt und ich habe mich sehr gefreut, dass ihr euch für das Thema der alternativen Monatshygiene so begeistern konntet.
Mich begleitet es schon eine ganze Weile, denn ich beschäftige mich damit seit mittlerweile dreieinhalb Jahren und damit fast so lange, wie mit Naturkosmetik. Obwohl ich zu beiden Themen ganz unterschiedlich fand.
    
Vor einer Weile bekam ich eine liebe Mail von Isabella Eisen, die Dame, die hinter dem Online-Shop Ladyways für alternative Monatshygiene steht. Mit ihr hatte ich einen sehr netten und informativen Austausch über  Menstruationstassen und ergänzende Produkte und sie sandte mir zwei Slipeinlagen von LadyPads und einen Sterilizer von RubyCup zu, die ich euch heute vorstellen möchte.
  
Slipeinlagen von LadyPads in den Größen XS (blau) und S (lila).
      
Einlagen von LadyPads

Die LadyPads gibt es in ganz unterschiedlichen Ausführungen, von der Slipeinlage bis zur Binde. Sie werden vom Hersteller Jaguara, wie auch die LadyCups, in Tschechien produziert. Die Einlagen bestehen zu 70% aus Bio-Bambus und zu 30% aus Bio-Baumwolle, womit das umweltfreundliche Prinzip der Menstruationstassen aufgegriffen wird. Das setzt sich natürlich darin fort, dass diese Einlagen über mehrere Jahre benutzbar sind und dadurch ein Haufen an Müll und Ressourcen schonen.
Passend zu den farbenfrohen Designs der LadyCups stellt Jaguara mittlerweile auch die Pads in bunten Farben her. Alle Produkte erhält man neben klassischem weiß nun in pink, grün, blau und lila. Von der einfachen Slipeinlage bis zur richtigen Binde mit einzeln entnehmbaren Inneneinlagen zahlt man zwischen fünf und zwölf Euro.
Die Einlagen machen einen guten Eindruck, sind sehr weich und die Flügel sind verschließbar und zu befestigen mit einem Druckknopf.
  
Die LadyPad Slipeinlagen lassen sich mit dem Druckknopf einfach verschließen.
    
Isabella hatte mir die Einlagen für die ersten und letzten schwachen Tage der Periode empfohlen. Ich war von Anfang an nicht so ganz angetan von den Einlagen, da ich schon bei meinen ersten Perioden Binden ganz grausig fand und relativ schnell auf Tampons umgestiegen bin.
Die Zeit in der ich die Einlagen zuerst probierte, fiel auch noch ganz ungünstig auf den Sommer. Und da fand ich sie richtig, richtig unangenehm. Sie waren viel zu warm und ich schwittze unter den Stoff-Einlagen. Dazu kam, dass ich es merkwürdig fand, dass sie beim Tragen etwas rutschten. Ich fühlte mich, als hätte ich meinen Intimbereich in Watte gepolstert.
Bei meiner letzten Periode war ich jedoch sehr froh, dass ich sie hatte. Momentan probiere ich die lunette aus, die ich auf dem Heldenmarkt bekam. Mit der neuen Tasse stellte ich mich etwas ungeschickt an und gen Ende meiner "Tage" war ich etwas wund. Da kamen mir die Pads nur recht und bei dem wesentlich kühleren Wetter hatte ich dieses warm-molligen Gefühl nicht mehr und weil ich die Pads nur zu Hause trug, war das Verrutschen auch kein großes Problem mehr.
Das Reinigen und Waschen der Dinger geht übrigens ganz einfach. Ich gebe sie einfach in die Waschmaschine, wenn ich Kleidung oder Handtücher wasche. Bis zu 60°C halten sie aus. Nur sehen sie nach einer Weile eben ein wenig benutzt aus. Obwohl ich finde, dass sich das Menstruationsblut doch recht gut entfernen lässt. Auch ohne irgendwelche zaubernden Fleckenentferner.

In diesem Rahmen möchte ich euch übrigens unbedingt auf die Reihe zu wiederverwendbaren Stoffbinden bei Anitas Welt hinweisen!
Im Gegensatz zu mir schwört Anita auf die Teile und für alle Interessierten ist ihre gerade begonnene Reihe zum Thema Pflichtlektüre!
    
    
Der zusammengefaltete RubyCup Sterlizer.
     
Sterilisationsbecher von RubyCup
    
Über die Existenz des Sterilisationsbechers wusste ich schon eine Weile, aber hätte ich gewusst, wie komfortabel das Ding ist, hätte ich mir wohl schon viel früher einen zugelegt!
Der Hersteller sitzt in England und bietet neben den Sterilizern auch Menstruationstassen in einer One Size-Größe in pink und weiß an. Das Besondere an dem Hersteller ist, dass er für jeden verkauften Cup einen Cup an ein Mädchen in Kenia spendet und dort somit grooße Aufklärungsarbeit leistet. In Afrika ist das Thema Menstruation ein großes Tabu und junge Frauen werden damit oft allein gelassen.
Die Tassen kosten knapp 30€, der in vier Farben erhältliche Sterilizer nur 11€. Für den Sterilizer gibt es leider keine Spendenaktion.
  
Der RubyCup Sterilizer in Coral Red - korallenrot.
  
Die Anwendung des Sterlilizers ist einfach. Der flach gefaltete Becher mit Deckel ist leicht auseinanderfaltbar. Er ist mit den gängigen Cup-Modellen, wie dem LadyCup, dem FemmeCup, der lunette und weiteren, kombinierbar. Der Becher sollte auf jeden Fall mit soviel Wasser gefüllt werden, dass die Menstruationstasse vollständig davon bedeckt werden kann.
Man kann den Sterilizer mit einer Sterilisationstablette, zum Beispiel von Milton, verwenden und die Tablette im Wasser auflösen, bevor man seine Mens-Tasse für einige Minuten hineinlegt.
Man kann den Sterilizer aber auch mit Wasser und Tasse auf hoher Stufte für 2-3 Minuten in die Mikrowelle stellen. Alternativ ist auch eine Anwendung im Backofen möglich. Dabei ist es von Vorteil den Deckel nicht ganz zu schließen - da durch die Hitze das Wasser verdampft ploppt der Becher irgendwann auf. Dann sollte man  den Sterilizer eine Weile abkühlen lassen. Zum direkten Anfassen ist er viel zu heiß.
Beide Methoden führen zu sauberen, benutzbaren Cups, jedoch sollte man in Regionen mit hartem Wasser darauf achten, das sich an Cup und am Sterilizer Kalk absetzen kann. Ich habe da mit einem Schluck sehr stark verdünntem Essig nachgeholfen und beides war wieder blitzeblank.
  
Der Sterilisationsbecher mit einer lunette. Pass hervorragend hinein und lässt sich einfach mit
Wasser oder Sterilisationstabletten (hier: Milton) reinigen.
   
Diese Methode der Cup-Reinigung ist schnell, zuverlässig und vor allem diskret! Wenn ich an meine WG-Zeiten zurückdenke, da habe ich immer rumgeaaßt mit der Reinigung meines LadyCups und geschaut dass keiner zu Hause war und auch so schnell nicht nach Hause kommt. Für die Reinigung einer Menstruationstasse soll man immer ein eigens dafür verwendetes Gefäß nutzen und so weiter. Einfach ist das im WG-Alltag nicht und meinen Mitbewohnern wollte ich das beim besten Willen nicht erklären oder präsentieren. Auch jetzt muss ich meinen Freund nicht mit irgendwelchen Informationen oder Bildern beglücken, denn der findet das Thema nämlich auch nicht so bombastisch.
     
     
Ich hoffe dieser Ausflug in die alternative Monatshygiene hat euch gefallen. Ich plane noch ein paar weitere Beiträge zu dem Thema im kommenden Jahr. Ich finde es grandios, dass die Menstruation langsam eine Enttabuisierung erfährt und man zumindest mit den meisten Frauen im eigenen Alter ohne Probleme darüber sprechen kann.
Ich finde es auch erstaunlich, dass selbst Personen, die sonst nicht "öko" drauf sind, sich über alternative Monatshygiene informieren. So habe ich Menstruationstassen schon einige Male bei chronischen oder häufigen Pilzinfektionen empfohlen und stieß immer auf interessierte Ohren.
   
    
Die hier vorgestellten Produkte wurden mir kosten- und bedingungslos von www.ladyways.de zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank!
    
   

Kommentare:

  1. Schön, dass das Thema endlich grösserflächig aus der dunklen Ecke herauskommt - ich nutze zumindest die Cups ja seit Jahren und werde im Bekanntenkreis immer völlig entgeistert angeguckt, wenn ich davon spreche. Leider. :/
    Deshalb wünsche ich mir ja irgendwie mit in den Aufklärungsunterricht in der Schule meiner Tochter eingebunden zu werden, habe das auch schon angeboten, damit mal Alternativen zumindest bekannt werden. Dass grade junge Mädchen sich das vielleicht noch nicht so zutrauen mit so Geräten zu hantieren bzw. mit dem Thema relativ unbefangen umzugehen kann ich mir schon denken - trotzdem sollte man doch immerhin wissen was es alles so gibt.

    Von daher super Artikel. :)
    Frage mich grade, warum ich das eigentlich noch nicht bebloggt habe, muss wohl nachgeholt werden.

    Zu dem Reinigungsbecher muss ich allerdings schonmal sagen, dass ich ihn nicht so liebe.
    In der Mikro oder im Ofen gab es damit bei mir bisher immer eine Sauerei - der Becher wabbelt so, dass wenn man ihn so hoch füllt wie nötig beim Erhitze auf jeden Fall einiges über schwappt und wenn man ihn rausheben will wabbelt er auch so, dass zumindest ich als super ungeschicktes Wesen jedes Mal heisses Wasser verschütte. Muss aber auch sagen, ich desinfiziere heiss immer vor der Anwendung und nicht danach und brauche das Teil dann "jetzt jetzt sofort augenblicklich". ;)
    Jedenfalls bin ich wieder beim im Topf auskochen gelandet.

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    1. Naja, das ist irgendwie so ein Thema wie Naturkosmetik. Halt nur mehr tabu. Aber im Grunde muss man gucken, wem man davon erzählen kann. Wenn das Thema aufkommt, erwähne ich das mal, und da kommen auch nicht allzu entgeisterte Reaktionen und wie beschrieben, mit einigen konnte ich auch schon etwas detaillierter über das Thema sprechen.

      Naja, im Grunde ist das mit dem Aufklärungsunterricht halt schwierig. Ich denke, dass gerade junge Mädchen da eh zu große Berührungsängste haben und die Anwendung ist ja auch nicht gerade die Einfachste, da sollte man seinen Körper schon ein wenig kennen.
      Ich bin aber für eine offenere Kommunikation zu dem Thema in der Öffentlichkeit: in den Medien und auch Frauen untereinander.

      Naja, man muss schon vorsichtig sein mit dem Ding. Wenn du das immer vorher machst, kann ich das völlig nachvollziehen, dass das nicht so gut klappt.
      Ansonsten finde ich es aber super. Gerade, wenn man die Reinigung doch etwas diskreter vornehmen möchte. ;)

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  2. Vielen Dank für den wieder sehr interessanten Beitrag :) Mit wiederverwendbaren Binden habe ich auch lange gehadert und sie letztlich diesen Monat (bei Meluna) bestellt. Als Ergänzung zur Meluna-Menstruationstasse. Nur allein Binden fand ich aber auch schon immer blöd. Mit der Meluna geht zwar 100%ig nix mehr daneben, aber irgendwie brauch ich das Gefühl von zusätzlicher Sicherheit ;) Testen kann ich die Binden aber jetzt erst nächsten Monat.
    Finde es gut, dass sie auch ohne Fleckenentfernergedöns sauber werden.

    So einen faltbaren Becher habe ich ebenfalls und ich desinfiziere nur damit. Kaltes Wasser und eine Miltontablette rein, warten, zack fertig. Besser gehts kaum. Aber wie machst du das mit Verfärbungen? Bekommt man die mit auskochen weg? Auch nicht wirklich oder?

    Zu den Kalkablagerungen. Ist das denn sehr schlimm oder ist das nur ein optisches Problem? Seit dem letzten Urlaub mit kalkhaltigem Wasser habe ich das nämlich leider auch.

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    1. Naja, also 100%ig sauber werden die nicht, aber fast. Die Frage bei solchen Produkten ist dann eben auch, ob die nun immer klinisch rein sein müssen. Ich benutze sie nur alle paar Monate mal und dann ist das für mich okay.
      Bei etwas sorgfältigerer Reinigung werden die aber bestimmt auch so richtig sauber.

      Verfärbungen an der Mens-Tasse meinst du? Die gehen auch durchs kochen nicht weg. Ich habe die an meinem alten Cup auch. Der ist nicht mehr ganz so rosa wie einst, sondern hat an einigen Stellen einen leichten braunen Farbstich und ist insgesamt etwas heller geworden. Das geht halt ins Material dann, ich glaube das geht gar nicht mehr raus, egal wie man es versucht.

      Na probiere doch einfach mal ein Schlückchen Essig und spüle gut nach, wenn du zweifelst. Ich denke im Grunde nicht, dass es "schlimm" ist, aber ich persönlich finde die Vorstellung von Kalkablagerungen in mir nicht so schön. Darum bleibe ich wohl auch eher bei der kalten Reinigung mit den Sterilisationstabletten. Da passiert sowas nicht.

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  3. Ach was 100% sauber nicht, aber sauber eben. Ich hab auch wiederverwendbare Kosmetikpads, die sehen halt irgendwann benutzt aus. Obwohl sie sauber sind.

    Ja, ich meinte Verfärbung an der Mens-Tasse.

    Ich werde es mit dem Essig mal ausprobieren, an der Mens-Tasse selber sehe ich da gar nix von Kalk. Ich habe eine Transparente genommen. Aber ich sehe es in dem Reinigungsbecher, der ist dunkel und da sieht man deutlich die Kalkablagerungen. Ich denke also, die Tasse hat auch irgendwie was abbekommen.

    Oder meinst du, dass durch die Reinigung mit den Streilsationstabletten gar keine neue Kalkablagerungen mehr entstehen? Weiß grad nicht, wie du den Satz meinst ;/

    Wünsch dir ein frohes Neues Jahr :)

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    1. Wenn du da Kalkablagerungen siehst, probier auch mal den Cup zu reinigen.

      Bei den Sterilisationstabletten habe ich bisher noch keine Kalkablagerungen feststellen können, aber den Sterilizer habe ich noch keine Ewigkeiten (die Pads habe ich ne ganze Weile länger getestet, die Idee mit dem Sterilizer kam uns erst später) und etwas intensiver mit Hitze getestet, weil es für mich in dem Moment die unbekanntere Reinigungsmethode war.
      Auf Dauer kann es natürlich auch sein, dass es mit den Sterilisationstabletten zu Kalkablagerungen kommt. Ich werde das mal im Auge behalten. Allerdings brauche ich den Becher nicht so oft, weil ich meine Pille immer zwei Monate nehme und dadurch nur alle zwei Monate meine Tage bekomme.

      Nutzt du auch die Milton Tabletten? Es kann natürlich auch an den unterschiedlichen Tabletten liegen? Aber eigentlich sollten solche Tabletten die zu reinigenden Gegenstände ja völlig rein hinterlassen...
      Das lässt mich doch ein wenig grübeln. ;)

      Dir wünsche ich natürlich auch ein frohes Neues. Wenn auch nachträglich. ;)

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    2. Ja ich nehme auch die Milton Tabletten. Zu sehen ist ja auch nur was am Becher, wobei ich den Becher immer noch mal normal unter dem Wasserhahn ausspüle, wenn ich die Desinfektionsflüssigkeit weggekippt hab. Vielleicht liegt es auch daran. Die Mens-Tasse selber spüle ich nach dem Desinfektionsvorgang nicht noch extra ab, sondern erst bevor ich sie wieder einsetze. *grübel*

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