Sonntag, 10. Juni 2012

Haarpflege: Einmal Rinse süß-sauer bitte!

Jah, diesen Blog hatte ich eigentlich mal gestartet, um über Haare zu reden, darum gibt es heute endlich wieder einen Beitrag dazu.
Es soll um Rinsen gehen.  Eine Form der Haarpflege, die die Haare strahlen und scheinen lässt. Ich möchte euch derlei drei Vorstellen: Die kalte, saure und süße Rinse.


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Das Wirkprinzip ist erstmal denkbar einfach. Das kalte Wasser, dass die Basis der Rinse bildet bewirkt, dass sich die vom Waschen geöffnete Schuppenschicht des Haares zusammenzieht. Dadurch kann Feuchtigkeit und Co. das Haar nicht so einfach verlassen und die Oberfläche wird glatter, kann Licht besser reflektieren und das Haar glänzt dadurch ganz toll.
Von Wäsche zu Wäsche wird der Effekt langsam stärker.

Ich mache nach der Wäsche immer eine kalte Rinse. Ich stelle einfach die Dusche ganz kalt und brause meine Haare so lange ab, bis sie vom Ansatz bis in die Spitzen ganz kalt sind.
Das ist sehr simpel, hat aber einen tollen Effekt. Seitdem ich das mache glänzen meine Haare viel mehr. Der Effekt ist zwar mittlerweile noch verstärkt durchs Henna, aber auf diesen simplen Trick verzichte ich trotzdem nicht mehr.

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Für die saure Rinse benötigt man ganz einfaches Essig oder Zitronensaft. Die meisten nutzen aber wohl Apfelessig. Als Hilfmittel empfiehlt sich eine große Wasserflasche oder eine Karaffe. Die füllt man dann mit kaltem Wasser und gibt je nach Wassermenge (2EL Essig auf 1,5l) etwas von der Säure dazu. Um die perfekte Menge zu finden sollte man ein wenig rumtesten. Bei einigen wirkt zu viel Essig austrocknend, daher lieber langsam an die 2EL herantasten. Man kann dann immer noch mehr nehmen.
Wie auch bei der kalten Säure gibt man die Rinse nach der Wäsche über das Haar.
Die saure Rinse bringt weitere Vorteile mit sich: Zusätzlich zu der Wirkung des kalten Wassers kommt die adstringierende Wirkung des Essigs, welche eine Anlegung der Schuppenschicht des Haares begünstigt. Essig wirkt außerdem Kalkablagerungen im Haar entgegen und kann beim Waschen mit Haarseifen vor "Kalkseife" (=weiße Kalkrückstände im Haar) schützen.

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Bei der süßen Rinse oder Honigrinse löst man 1-2EL Honig in kaltem Wasser auf. (Eventuell löst man den Honig erstmal in wenig warmen Wasser auf und vermischt es dann mit kaltem Wasser. Ansonsten dürfte das ein schweres Unterfangen werden.) Die Rinse soll nach der Wäsche blonde Reflexe im Haar unterstützen. Außerdem soll Honig in Verbindung mit Wasser Peroxid entstehen lassen und das Haar langfristig sogar etwas aufhellen. Mehr Information dazu findet ihr hier im dazugehörigen Thread im LHN. Eine süße Rinse kann lockigem Haar übrigens zu mehr Sprungkraft verhelfen, da der Honig wie ein Festiger wirkt.
Bei dieser Rinse muss man sehr vorsichtig mit der Dosierung sein und man sollte sich wieder langsam an die für einen passende Menge herantasten. Bei zu viel Honig können die Haare klebrig und dadurch unter Umständen auch verfilzt werden. Außerdem kann das entstehende Peroxid austrocknend wirken.

Ich möchte auch noch kurz von Teerinsen berichten.
Eine Teerinse bekommt man indem man starken Tee kocht und diesen abkühlen lässt. Teerinsen sollen dem Haar einen besonderen Glanz verleihen und die Farbe verstärken. So ist Kamillentee für blondes Haar, Früchtetee oder Roiboostee für rotes Haar und schwarzer Tee für dunkles Haar.

EDIT:
°Sun hat in den Kommentaren noch ein paar ganz berechtigte Fragen gestellt, auf die ich hier gerne noch eingehe:
Wann genau machst du die Rinse? Als letzten Schritt? Nach dem Conditioner? Die Rinse ist der allerletzte Teil meiner Haarwäsche. Die Haare sind zu dem Zeitpunkt schon gekurt, shampooniert, "Condi"-tioniert und vor allem schon ausgewaschen. Der Hauptsinn der Rinse ist die Schuppenschicht des Haares anzulegen. Danach noch andere Produkte zu verwenden, diese lange auszuwaschen und das im Zweifelsfalle noch mit warmem Wasser wäre kontraproduktiv. ;)
Muss die süsse bzw. saure Rinse dann noch mal extra mit einer einfachen kalten Rinse "abgespült" werden, oder ist es so gedacht, dass Honig bzw. Essig im Haar bleiben? Bei der sauren Rinse könnte das Ausspülen durchaus Sinn machen, wenn dies mit ganz kaltem Wasser geschieht, da  die unter Umständen austrocknende Säure aus vom Haar gewaschen wird. Bei der Honigrinse sollte aber nicht mehr nachgespült werden. Die pflegenden Stoffe des Honigs würden ausgewaschen werden, ebenso wie das aufhellende Peroxid. Der festigende Effekt wäre auch dahin. Generell finde ich es eher unnötig nach einer Rinse nachzuspülen, da diese als Abschluss der Haarwäsche gesehen werden sollte.


Kommentare:

  1. Hey Bobby,

    danke für diesen ausführlichen Post. Hab das eben mit Spannung gelesen. Ich probiere das nun auf jeden Fall auch mal aus. Wann genau machst du die Rinse? Als letzten Schritt? Nach dem Conditioner? Muss die süsse bzw. saure Rinse dann noch mal extra mit einer einfachen kalten Rinse "abgespült" werden, oder ist es so gedacht, dass Honig bzw. Essig im Haar bleiben?

    Liebe Grüße
    °Sun

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    1. Hallo Sun.

      Schön, dass dir der Post gefallen hat. Es hat leider ein Weilchen gedauert, bis ich geschafft habe ihn zu verfassen. Ich habe momentan wirklich viel mit der Uni zu kämpfen, aber das kennst du ja. ;)
      Deine Fragen habe ich in einem kurzen Edit beantwortet, da ich es sinnvoll fand, sie noch in den Post einzubauen.

      Lieber Gruß! :)

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    2. Macht doch nichts :) Ich hab schon gemerkt, dass du derzeit nicht ganz so präsent bist und dachte mir bereits, dass du gerade Stress in der Uni hast....die Prüfungszeit rückt ja auch schon wieder näher.
      Danke fürs Edit. Die einfache kalte Rinse habe ich gestern bereits getestet, habe dabei nicht nur Haare sondern auch Haut übergossen und wie eine Sissy gequietscht. Ich muss das noch perfektionieren :) Die Honigrinse werde ich dann definitiv irgendwann auch probieren.

      Liebe Grüße
      °Sun

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    3. Zusätzlich zu den kommenden Prüfungen muss ich momentan noch etliche Referate halten und so....ich mach drei Kreuze, wenn das Semester vorbei ist. Ich hab zwar recht wenig Kurse dieses Semester, aber irgendwie hab ich mir die richtig aufwändigen rausgesucht... :(

      Mach das mal. Ich bin gespannt, wie du das dann findest! :)
      Welche Haarpflege benutzt du denn momentan? Wäre toll, wenn du nochmal über dein Experiment mit dem Pulvershampoo(?) berichtest. :)

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  2. Die kalte Rinse (auch wenn ich früher nicht wusste, dass dafür einen Fachbegriff gibt ;)) mache ich auch schon seit Jahren nach jeder Wäsche. Hin und wieder schütt' ich mir dann auch mal ein kurioses Gemisch aus diversen Tees (können übrigens auch noch gut für die Kopfhaut sein), etwas Essig und Bier (festigend und so) in die Haare. Dass es allerdings auch noch eine süße Variante gibt, war mir nicht bekannt. Aber ich denke, das lass' ich auch lieber, weil ich keine Aufhellung will. Da hab' ich Angst um mein schönes Henna. ;)

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    1. Ich hab das auch vor langer Zeit schon in einer Frauenzeitschrift entdeckt - ohne Bezeichnung. Anfangs habe ich es unregelmäßig gemacht, aber ich finde die kalte Rinse ist echt ein toller Tipp! :)

      Um den Honig würde ich mir nicht so die Gedanken machen. Ich habe vor einiger Zeit versucht mein naturfarbenes Haar mit Honig aufzuhellen, doch auch nach mehreren Anwendungen kein Ergebnis gesehen. Ich denke nach einer Rinse wird man keinen Unterschied bemerken... :)

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  3. Hallöchen, macht es auch Sinn eine Kombination aus saurer und süßes Rinse gleichzeitig anzuwenden? Also beispielsweise etwas Honig in einem Wasser-Zitronen-Gemisch aufzulösen? :)

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    1. Prinzipiell schon, allerdings habe ich es noch nicht probiert und ich weiß nicht, wie sich das dann tatsächlich aufs Haar auswirkt.
      Ich würde auf jeden Fall etwas vrosichtiger Dosieren als sonst, um mich an die Wirkung heranzutasten. ;)

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  4. Die Haare sind zu dem Zeitpunkt schon gekurt, shampooniert, "Condi"-tioniert und vor allem schon ausgewaschen.
    Mein Gott, was die armen Haare alles mitmachen müssen. Na, vielleicht gibt es ja mit 50 eine Glatze. Würd mich nicht wundern.
    Ich frage mich echt, wie es meine Haare wohl geschafft haben, ohne dieses ganze Zeug 58 Jahre meinen Kopf zu schmücken

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    1. Dein Kommentar liest sich, als hätte ich dich irgendwie angegriffen. Ist mir rätselhaft, warum du dich aufregst.

      Nüchtern gesehen: Ich wasche meine Haare einmal wöchentlich mit Shampoo und Spülung. Davor mache ich eine Ölkur, was viele Kulturen schon seit Jahrhunderten machen, nichts Besonderes also. Und zum Schluss spüle ich die Haare kalt aus - auch nichts Spektakuläres. Ich weiß nicht, wo du dein "Mein Gott, was die armen Haare alles mitmachen müssen." hernimmst.

      Weißt du, so einen Satz denke ich mir, wenn manche ihre Haare täglich mit aggressiven Produkten waschen und dann auch noch ständig ihre Haarfarbe wechseln. Aber selbst denen bleiben ihre Haare meist erhalten.

      Du wirst hier sicherlich nicht nochmal kommentieren, weil du auf meinen Blog wahrscheinlich gar keinen Wert legst. Ein konstruktiver Kommentar würde aber vielleicht Verbesserungsvorschläge enthalten oder sich anders eine Diskussion anregen. Vielleicht schaffst du ja beim nächsten Mal sogar einen solchen zu verfassen. ;)

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  5. Der Kommentar ist zwar tatsächlich etwas aggressiv, aber für mich dennoch hilfreich. Denn all das was ich bisher gelesen habe von selbstgemachten Shampoos und Leave-Ins und Rinsen und sonst noch alles hat mich schon ein wenig verunsichert, ob ich meine ... wie war das BHS ? BH-Verschluß-Länge ... erstmal abschneiden und neu züchten muß, weil ich bisher alles ... anders ... gemacht habe. Aber da die Haare gut aussehen und Neid erwecken und andere mit "normal" auch lange Haare bekommen haben, wird es so schlimm nicht sein. Wenn ich künftig weniger shampooniere, mehr conditioniere und brav hochstecke, wird das mit klassisch vielleicht doch noch was werden ... :-)

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    1. Ach quatsch! Nicht abschneiden! Was nicht kaputt ist, muss nicht ab. Egal, wie es gepflegt wird/wurde.

      Viel Spaß noch auf der Langhaarreise! :)

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